Finanz- und Börsenlexikon

"Wissen ist Macht" sagt der Volksmund seit Generationen. Nutzen Sie das unser Börsenlexikon um Ihr Finanzwissen zu ergänzen.



CFD

Kurz für englisch "Contract for Difference", Differenzkontrakt. Ein CFD ist eine Zahlungsvereinbarung, deren Wert sich aus der Differenz der Kurse des Basiswerts, etwa einer Aktie oder einer Währung, zum Zeitpunkt des Kaufs und Verkaufs des CFDs ergibt. Ein CFD ist also ein Derivat. Wie bei Termingeschäften muss eine Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegt werden, woraus sich ein Hebeleffekt ergibt. Anders als ein Termingeschäft hat ein CFD aber keine Laufzeit. CFD-Konten werden von einer Reihe spezialisierter Broker angeboten und sind hochspekulativ.


Call

Der Käufer eines Call (englischer Begriff für eine Kaufoption) erwirbt ein Recht, nicht jedoch die Pflicht, während der Laufzeit (amerikanische Option) bzw. am Ende der Laufzeit (europäische Option) den Basiswert zu vorab festgelegten Konditionen zu kaufen.


Cap

Caps sind Zinsbegrenzungs-Zertifikate und dienen zur Absicherung gegen steigende Zinsen. Der Käufer eines Caps zahlt eine Prämie dafür, dass ihm der Verkäufer die Differenz zwischen einem vereinbarten Zinssatz und dem Marktzinsniveau vergütet, sobald dieser den vereinbarten Satz überschreitet.


Case-Shiller-Index

Der Case-Shiller-Index, berechnet von Standard & Poor's, spiegelt die Entwicklung des US-Wohnimmobilienmarktes wider. Der Index wurde in den 80er Jahren von den Ökonomen Karl E. Case und Robert J. Shiller entwickelt. Grundlage ist die Preisentwicklung von Einfamilienhäusern in den 20 größten Metropolregionen der USA. Weil sich der Index auf Immobilien in Ballungsgebieten mit entsprechenden hohen Preisen konzentriert, ist er volatiler als landesweite Indizes.


Cash-Flow

Kennzahl zur Aktien- bzw. Unternehmensanalyse. Die Berechnung des Cash-Flows ergibt sich im Wesentlichen aus der Addition von Jahresüberschuss, Abschreibungen, Veränderungen der langfristigen Rückstellungen, Ertrags- und Einkommensteuern. Er stellt den Zugang an flüssigen Mitteln innerhalb einer bestimmten Abrechnungsperiode dar. Er findet Anwendung bei Verfahren der Investitionsrechnung, die im Rahmen der Beurteilung von anstehenden Investitionsvorhaben quantifizierbare Daten für die Entscheidung liefern sollen. Der Cash-Flow stellt ferner eine wichtige Kennzahl im Rahmen der Bilanz- und Finanzanalyse dar. Er ist nicht einheitlich definiert. Ein Versuch der Vereinheitlichung ist der Cash-flow nach DVFA/SG.


Chart

Grafische Darstellung von Kursverläufen. Charts bilden die Grundlage für eine Anwendung im Rahmen der Chartanalyse


Chartanalyse

In der Chartanalyse werden Kurvenverläufe und Verlaufsformationen in der Regel unter Berücksichtigung der jeweils gegebenen Umsätze, jedoch ohne Beachtung fundamentaler Daten oder Entwicklungen zur Optimierung des eigenen Börsenerfolges untersucht. Von verschiedenen Techniken sind die Bar-Chart-Analyse und die Point & Figure-Analyse die gebräuchlichsten. Der Chartanalytiker versucht den günstigsten Zeitpunkt zum Kauf bzw. Verkauf eines Wertpapiers zu ermitteln.


Circuit Breaker

Es handelt sich hier um Bestimmungen, die ausschließlich an der New Yorker Börse Verwendung finden, wonach bei bestimmten Kursbewegungen der Programmhandel ausgesetzt wird und bei großen Tageskursverlusten der Börsenhandel in verschiedenen Schritten unterbrochen wird.


Cost-Average-Effekt

Beim Cost-Averaging kauft man regelmäßig für einen festen Betrag Wertpapiere. Das ist besonders leicht bei der Anlage in Investmentsfonds möglich, da man hier keinen Anteil erwerben muß.


Cost-Income-Ratio

Die Cost-Income-Ratio ist eine Kennzahl der operativen Aufwands-Ertragsrelation von Banken. Hierbei wird der im jeweiligen Geschäftsjahr angefallene Verwaltungsaufwand ins Verhältnis zu den Ertragsgrößen (abzüglich der Zuführung zur Risikovorsorge) der Bank gesetzt. Zu den wesentlichen Ertragsgrößen einer Bank zählen der Zinsüberschuss, der Provisionsüberschuss sowie das Handelsergebnis. Man erhält durch die Cost-Income-Ratio eine quantitative Aussage über die Effizienz des Unternehmens. Grundsätzlich gilt: Je geringer der Wert der Cost-Income-Ratio, umso effizienter wirtschaftet die Bank.


Courtage

Gebühr, die der Börsenmakler dem Anleger beim Abschluss eines Börsengeschäfts in Rechnung stellt. Sie fällt nur beim Parketthandel an und wird in Prozent vom Kurswert der gehandelten Wertpapiere festgelegt.


Covered Warrant

Optionsschein, der den Optionsscheininhaber dazu berechtigt, bis zum Verfalltermin den zugrunde gelegten Basiswert zu einem in den Optionsbedingungen festgelegten Preis zu erwerben. Die Laufzeit der covered warrants ist im Vergleich zu den üblichen Optionsscheinen in der Regel auf 12 bis 18 Monate beschränkt. Dadurch schränkt der Emittent der Scheine sein eigenes Risiko ein. Emittent von covered warrants ist im Unterschied zu den üblichen Optionsscheinen nicht das "veroptionierte" Unternehmen, sondern in der Regel ein Kreditinstitut, das die entsprechenden Stücke des Basiswerts auf ihrem Depot hält. So entsteht die Möglichkeit, auf indirektem Weg Optionsscheine auf Aktien von Unternehmen zu erwerben, die selbst keine Optionsanleihen und somit Optionsscheine ausgeben.


Crash

Massiver Kurseinbruch von Wertpapieren auf breiter Ebene, wie an der Wall Street 1929 ("Schwarzer Freitag"), oder auch in 2008 geschehen. Die Baisse führte in der Spitze zu einem Kursrückgang von knapp 90%. Ähnliche Entwicklungen gab es 1997/1998 an den südostasiatischen Börsen.


Working Capital

Eine besonders im US-Rechnungswesen zur Beobachtung von Veränderungen der Liquidität gebräuchliche Kennzahl. Sie zeigt die Differenz zwischen dem Umlaufvermögen und dem kurz- und mittelfristigen Fremdkapital an. Das Verhältnis Umlaufvermögen zu diesen Verbindlichkeiten wird als working capital ratio bezeichnet.