Finanz- und Börsenlexikon

"Wissen ist Macht" sagt der Volksmund seit Generationen. Nutzen Sie das unser Börsenlexikon um Ihr Finanzwissen zu ergänzen.



BRIC

BRIC steht für Brasilien, Russland, Indien und China, die zu den Emerging Markets gehören". Damit werden Volkswirtschaften bezeichnet, die früher nur geringe Bedeutung für die Weltwirtschaft hatten, deren Wachstumsraten nun aber die durchschnittliche Wachstumsrate der Weltwirtschaft übersteigen. Das gilt vor allem für die BRIC-Staaten: International wird davon ausgegangen, dass diese vier Länder langfristig zu den größten Volkswirtschaften der Welt zählen. Dabei verweisen Analysten auf die großen Rohstoffvorkommen, eine günstige Bevölkerungsentwicklung und Produktionsvorteile der BRIC-Staaten.


BaFin

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wurde im Mai 2002 gegründet. Grundlage ist das "Gesetz über die integrierte Finanzdienstleistungsaufsicht" (FinDAG) vom April 2002. Die BaFin vereinigt unter ihrem Dach die drei ehemaligen Bundesaufsichtsämter für das Kreditwesen (BAKred), für das Versicherungswesen (BAV) und für den Wertpapierhandel (BAWe). Damit gibt es in Deutschland erstmals eine einheitliche staatliche Allfinanzaufsicht über Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute, Versicherungsunternehmen und den Wertpapierhandel. Die BaFin ist eine bundesunmittelbare, rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts und unterliegt der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Die BaFin hat ihre Dienstsitze in Bonn und Frankfurt am Main. Ihr Hauptziel ist es, die Funktionsfähigkeit, Stabilität und Integrität des gesamten deutschen Finanzsystems zu sichern.


Baisse

In der Baisse sinken die Wertpapierkurse einzelner Marktbereiche oder des Gesamtmarktes über einen mittleren bis längeren Zeitraum. Überdurchschnittliche Kursrückgänge einzelner Wertpapiere werden als Kursrückschläge bezeichnet. Anleger sollten nicht unbedingt aus "Panik" in einer Baisse verkaufen, evtl. lohnt ein Nachkauf der in der Baisse besonders günstigen Werte. Das Gegenteil der Baisse ist die Hausse.


Banknoten

Von den Notenbanken (z.B. Europäische Zentralbank, Bank von England) herausgegebenes Papiergeld.


Barwert

Augenblicklicher Wert eines in der Zukunft liegenden Geldbetrages, wird durch Abzinsung mit einem bekannten Zinssatz errechnet. Häufige Verwendung in der Investitionsrechnung.


Basiswert

Der Basiswert ist das Finanzinstrument, das einem Derivat wie einer Option, einem Optionsschein oder einem Zertifikat zugrunde liegt. Typische Basiswerte sind Aktien, Indizes oder Festverzinsliche Wertpapiere.


Bearflag

Bearflag ist ein charttechnischer Begriff. Er bezeichnet eine kurze Gegenbewegung im Abwärtstrend. Die Bearflag sieht einem Aufwärtstrend ähnlich, ist aber von zeitlichem Umfang viel kürzer. Sie tritt ungefähr nach der Hälfte einer Abwärtsbewegung auf. Daraus lässt sich ein Kursziel berechnen. Man misst die Abwärtsbewegung, . bis sie vorübergehend von der Flagge gestoppt wurde, Diese Entfernung setzt man am Hoch der Flagge an und markiert die gleiche Entfernung nach unten. Bei der Bullflag ist dies genau umgekehrt (eine Bullflag tritt in einem Aufwärtstrend auf und ist demnach nach unten gerichtet).


Beige Book

Das Beige Book ist eine Zusammenstellung von Konjunkturdaten aus allen zwölf US-Notenbank-Distrikten und wird 14 Tage vor einem Treffen des Offenmarktausschusses der Notenbank vorgelegt - also achtmal im Jahr.


Benchmark

Vergleichsmaßstab oder Bewertungsmethode für die Messung des Anlageerfolges eines Fonds. Üblicherweise wird als Benchmark der jeweils marktrelevante Aktien- oder Rentenindex verwendet. Ziel des Fondsmanagers ist es, eine bessere Wertentwicklung als der zugrunde gelegte Index zu erzielen.


Beta

Die Kennziffer Beta misst die Volatilität eines Investments in Bezug auf eine Maßgröße (Benchmark). Das Beta ist das relative Maß der Anpassung des Ertrages einer Investition an die Veränderungen der zugeordneten Benchmark-Erträge. Mittels des Betas lassen sich Aussagen über das Risiko eines Fonds im Vergleich zu seinem Index treffen. Generell impliziert ein positives Beta, dass mit einem Anstieg des Index' auch ein Anstieg des Fondspreises verbunden ist, während ein negatives Beta ein Sinken des Fondspreises impliziert. Ist der Wert des Beta größer Eins, sind die implizierten Kursschwankungen des Fonds größer als die des Vergleichsindexes; ist der Wert kleiner Eins, so ist der Fonds im Verhältnis zur Benchmark weniger volatil.


Beta-Faktor

Kennzahl, welche die relative Schwankungsbreite eines Finanztitels im Verhältnis zum Gesamtmarkt aufweist. Es misst also die Sensitivität eines Finanztitels bezüglich Kursänderungen des gesamten Marktes und ist als objektiver Risikomaßstab eine wichtige Kennzahl im Bereich der technischen Analyse und bei Anlageentscheidungen. Ein negatives Beta beschreibt eine gegenläufige Kursentwicklung z.B. einer Aktie zur Marktentwicklung. Bei einem Beta von 0 ist keine Abhängigkeit zu erkennen. Schwankt das Beta zwischen 0 und 1, so ist die Kursänderung der Aktie im Durchschnitt geringer als die des Marktes. Ein Beta, welches größer 1 besagt, dass die Kursänderung der Aktie im Durchschnitt höher als die des Marktes ist.


Bezugsrecht

Recht der Aktionäre, bei einer Kapitalerhöhung entsprechend ihrem Anteil am bisherigen Grundkapital junge Aktien zu beziehen.


Bid

Bid ist der englische Begriff für Geldkurs. Der Geldkurs bezeichnet denjenigen Preis, den ein Anleger bereit ist, für Wertpapiere, Devisen oder Edelmetalle zu zahlen.


Blue Chip

Amerikanischer Ausdruck für eine umsatzstarke Aktie eines besonders substanz- und ertragsstarken Unternehmens (Standardwerte). In der Regel zeichnet sich ein Blue Chip durch ein hohes Rating aus.


Bond

Bonds ist der angelsächsische Ausdruck für festverzinsliche Wertpapiere, beispielsweise Anleihen.


Book-to-Bill-Verhältnis

Das Book-to-Bill-Verhältnis ist das Verhältnis zwischen Auftragseingang und Umsatz - insbesondere in der Chipindustrie ein Indikator für die mittelfristige Entwicklung. Ein höherer Wert als eins signalisiert Wachstum.


Bookbuilding-Spanne

Das Bookbuilding-Verfahren dient zur Festlegung des Emissionspreises für Aktien von Börsenkandidaten. Bei diesem Verfahren wird kein fester Preis vorgegeben. Die lnteressenten können innerhalb einer vorgegebenen Preisspanne - der Bookbuilding-Spanne-Angebote (= Zeichnungsangebote) abgeben. Ist die Nachfrage hoch, so wird sich der Emissionspreis im oberen Bereich der Bookbuilding-Spanne bewegen. Bei geringer Nachfrage wird der Emissionspreis dementsprechend niedriger ausfallen.


Bookbuilding-Verfahren

Auktionsverfahren für neu an die Börse zu bringende Aktien, bei dem die Preisspanne vorgegeben wird, in der die Gebote abgegeben werden müssen. Die Investoren werden somit direkt in die Preisfindung miteinbezogen. Der tatsächliche Emissionskurs wird letztlich aus dem Durchschnitt der Gebote gebildet. Durch das Bookbuilding-Verfahren soll ein fairer Interessenausgleich zwischen Emittent und Investor bezüglich der Höhe des Emissionspreises herbeigeführt werden.


Break-Even-Kurs

Ab diesem Kurs des Basiswertes bei Optionen oder Optionsscheinen ist unter Berücksichtigung der gezahlten Optionsprämie eine verlustfreie Ausübung des Optionsrechtes möglich.


Briefkurs

Der Briefkurs bezeichnet den Preis, zu dem Verkäufer bereit sind, Wertpapiere zu verkaufen. Der Briefkurs liegt immer über dem Geldkurs. Im Englischen findet sich hierfür der Begriff "Ask". Das Gegenteil ist der Geldkurs.


Broker

Bezeichnung für den Makler an der anglo-amerikanischen Börse, der im Gegensatz zu Börsenmaklern auch Privatkunden haben darf, allerdings nur Effektengeschäfte tätigen darf. Er schließt nicht auf eigene Rechnung, sondern im Auftrag anderer gegen Provision Wertpapiergeschäfte ab. Daneben steht der Broker seinen Kunden mit einer breiten Palette ergänzender Dienstleistungen wie z.B. Marktberichten, Unternehmens- und Branchenanalysen, Kaufs- und Verkaufsempfehlungen u.ä. zur Verfügung.


Bruttodividende

Dividende, von der Hauptversammlung festgesetzt, ohne Abzug der Körperschaftsteuer.


Buchgewinn

Differenz zwischen Kaufkurs und aktuellen Kurs. Dieser Gewinn existiert zunächst nur auf dem Papier. Erst wenn die Aktie verkauft wird, kann er realisiert werden.


Buchverlust

Ein Buchverlust ergibt sich, wenn der Kurs des Wertpapiers unter dem Einstandskurs liegt. Es handelt sich um den nicht realisierten Kursverlust einer Person.


Buchwert

Der Begriff ist nicht einheitlich definiert. Nach einer gängigen Definition entspricht der Buchwert dem Wert des in der Bilanz ausgewiesenen Eigenkapitals. Nach einer anderen Definition entspricht der Buchwert dem Anlagevermögen in der Bilanz. Der Buchwert soll die Substanz eines Unternehmens widerspiegeln.


Bulle

Anleger, der eine optimistische ("bullishe") Markterwartung besitzt. Gegenteil: Bär.


Bundesanleihe

Als Bundesanleihen werden die festverzinslichen Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet.


Bundesobligationen

Bundesobligationen haben einen festen Zinssatz, eine jährliche konstante Zinszahlung und eine Laufzeit von fünf Jahren ab Ausgabe. Die Deutsche Finanzagentur (früher Bundesschuldenverwaltung / Bundeswertpapierverwaltung) bietet eine Serie von Bundesobligationen zunächst für ein halbes Jahr gebührenfrei zum Verkauf an, ehe sie an der Börse eingeführt wird und zum aktuellen Tageskurs ge- und verkauft werden kann. Beim An- und Verkauf über die Börse fallen Provision, Börsengebühr und Maklercourtage an.


Bundesschatzbriefe

Bundesschatzbriefe sind mittelfristige Schuldverschreibungen. Sie werden von der Bundesrepublik Deutschland herausgegeben. Sie sind mit einem Festzins ausgestattet, der im Verlauf der Anlagezeit steigt. Bundesschatzbriefe werden nicht an der Börse gehandelt.


Buy

Die Einstufung "Buy" beziehungsweise "Kaufen" ist eine klare Kaufempfehlung.


Bär

Anleger, der fallende Kurse erwartet, also eine "bearische" Markterwartung besitzt. Gegenteil: Bulle.


Bärenfalle

Engl. bear trap; Eine Falle, in die der mit fallenden Kurse rechnende Anleger aufgrund seiner technischen (Chart-)Analyse bzw. der dabei ermittelten Verkaufssignale hineintappt, insofern diese sich nachträglich als Fehleinschätzung erweisen.


Börse

Markt, an dem regelmäßig durch Kaufleute bestimmte austauschbare Güter (Waren, Wertpapiere, Rohstoffe, Devisen, etc.) gehandelt werden. Hier treffen Angebot und Nachfrage aufeinander. Zu den wichtigsten Börsen zählen die New York Stock Exchange an der Wall Street, gefolgt von den Börsen in London und Tokio. Deutschland besitzt neben Frankfurt am Main unter anderem Börsenplätze in Berlin, Hamburg, München und Stuttgart.


Börsenaufsichtsbehörde

Gem. § 1 (2) BörsG übt die Börsenaufsichtsbehörde die Aufsicht über die Börse nach den Vorschriften des Börsengesetzes aus. Der Aufsichtsbereich bezieht sich vor allem auf die Einhaltung der börsenrechtlichen Vorschriften und Anordnungen sowie die ordnungsgemäße Durchführung des Handels an der Börse, einschließlich der Börsengeschäftsabwicklung. Bei der Erfüllung ihrer Überwachungs- und Kontrollaufgaben verfügt die Aufsichtsbehörde über das Recht, sich der Handelsüberwachungsstelle der Börse zu bedienen und ihr Weisungen zu erteilen. Grundsätzlich ist sie zur Teilnahme an allen Sitzungen der Börsenorgane berechtigt.


Börsenbarometer

siehe Index.

Verwante Einträge


Börsengesetz

Das Börsengesetz (BörsG) regelt die Organisation der deutschen Börse und umfasst 6 Abschnitte:

  • Allgemeine Bestimmungen über die Börsen und deren Organe
  • Feststellung des Börsenpreises und Maklerwesens
  • Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel mit amtlicher Notierung
  • Terminhandel
  • Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel mit nicht-amtlicher Notierung
  • Straf- und Bußgeldvorschriften, Schlussvorschriften

Börsenplatz

Der Börsenplatz ist der Ort, an dem sich eine Börse befindet und an dem Wertpapiere gehandelt werden.