Finanz- und Börsenlexikon

"Wissen ist Macht" sagt der Volksmund seit Generationen. Nutzen Sie das unser Börsenlexikon um Ihr Finanzwissen zu ergänzen.



ADR

Abkürzung für American Depositary (oder auch Depository) Receipts. Hinterlegungsscheine, die das Eigentum von Aktien verbriefen. Ein ADR kann sich auf eine oder mehrere Aktien oder auch nur auf einen Aktienbruchteil beziehen. ADRs werden an der US-Börse stellvertretend für die Original-Aktie gehandelt.


ADX

Der ADX (Average-Directional-Movement-Index) ist ein Indikator der technischen Analyse. Er hat zwei Funktionen: Zum einen lässt sich mit ihm die Stärke beziehungsweise Geschwindigkeit eines Trends messen (notiert er auf einem hohen Niveau, ist auch die Trenddynamik hoch). Zum anderen gibt er darüber Auskunft, ob sich der Markt momentan in einer Trend- oder Seitwärtsphase befindet. Steigt er an und notiert gleichzeitig über 20 Punkten, liegt eine Trendbewegung vor. Fällt er ab und/oder notiert unter 20, ist von einer Seitwärtsbewegung auszugehen.


Abgeld (Disagio)

Abgeld oder Disagio ist der Unterschied zwischen dem Nennwert eines festverzinslichen Wertpapiers und seinem darunter liegenden Ausgabekurs. Das Gegenteil nennt man Agio beziehungsweise Aufgeld.


Abschlagdividende

Es handelt sich hier um eine Zwischendividende, die als Abschlagszahlung auf die normalerweise einmal jährlich ausgeschüttete Dividende angerechnet wird. Der Vorstand kann über die Satzung ermächtigt werden, nach Ablauf eines Geschäftsjahres eine Abschlagszahlung auf den voraussichtlichen Gewinn an die Aktionäre zu zahlen. Dies ist aber nur möglich, wenn ein entsprechender Jahresüberschuss vorhanden ist. Außerdem gibt es weitere Bestimmungen, die von der AG zu beachten sind. So darf u. a. die Dividende nicht die Hälfte des vorjährigen Bilanzgewinns überschreiten. Zwischendividenden sind beispielsweise in den USA nicht ungewöhnlich und gehören dort schon zum Standard, während diese Möglichkeit von deutschen Aktiengesellschaften nur selten in Anspruch genommen wird.


Absteigendes Dreieck

Ein absteigendes Dreieck weist in der charttechnischen Analyse auf einen bevorstehenden Kursrückgang hin. Hierbei liegen die Bottoms ungefähr auf gleicher Höhe. Die Tops (Kursspitzen) dagegen geben von Kursbewegung zu Kursbewegung immer mehr nach. Verbindet man jeweils die Top- und Bottom-Punkte mit einer Geraden, entsteht ein abwärts gerichtetes Dreieck.


Ad-hoc-Mitteilung

Meldung seitens des Unternehmens, die alle Aktionäre gleichmäßig/gleichzeitig erreichen soll. Börsennnotierte Unternehmen sind nach §15 WpHG verpflichtet, Unternehmensnachrichten, die den Aktienkurs potenziell erheblich beeinflussen können, unverzüglich zu veröffentlichen.


Add

Die positive Anlageempfehlung "Add" steht für akkumulieren. Demnach sollen Anleger bereits bestehende Bestände aufstocken.


Advance and Decline Method

Form der Technischen Analyse. Hier wird die "Advance and Decline Linie", welche das Verhältnis der Anzahl der in ihrem Kurs gestiegenen zu den in ihrem Kurs gefallenen Aktien angibt, mit dem Verlauf eines Aktienindex verglichen. Bei gleichgerichteter Entwicklung wird eine Weiterentwicklung des Trends vermutet, bei entgegengerichteter Entwicklung eine Trendwende erwartet.


Agio

Agio (von ital. agio = Bequemlichkeit) bedeutet Aufgeld oder Aufzahlung. Es ist ein Aufschlag auf den Nennwert und wird in der Regel in Prozent angegeben.

Das Gegenteil des Agios ist das Disagio oder Abschlag. Ein Agio wird beispielsweise bei der Ausgabe von Wertpapieren verrechnet und dabei üblicherweise als Ausgabeaufschlag bezeichnet.

Bei der Emission von Aktien ist das Agio in die Kapitalrücklage der Aktiengesellschaft einzustellen und wird somit Teil des bilanziellen Eigenkapitals.


Aktie

Eine Aktie ist eine Urkunde, die ihrem Inhaber einen Anteil am Gesamtvermögen einer Aktiengesellschaft (AG) verbrieft. Der Aktionär ist also Miteigentümer am Unternehmen. Dadurch trägt er auch einen Teil des Risikos, welches mit der Aktiengesellschaft zusammenhängt. Bei guter Geschäftslage oder in deren Erwartung verdient der Aktionär durch steigende Kurse der Aktien. An der Börse wird vor allem die Zukunft gehandelt. 

Als Aktionär ist man zwar Miteigentümer einer Aktiengesellschaft, aber kein Gläubiger. Im schlimmsten Fall, dem Konkurs, haftet der Aktionär also nicht mit seinem Vermögen für die Gesellschaft, sondern nur mit seiner Aktieneinlage.


Aktiengesellschaft

Typische Form der Kapitalgesellschaft, die für ihre Verbindlichkeiten nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen haftet. Die Gesellschafter, sog. Aktionäre, sind über den Kauf von Aktien am Grundkapital (Untergrenze: 50.000 Euro) beteiligt. Organe der Aktiengesellschaft sind die Hauptversammlung, der Aufsichtsrat und der Vorstand mit jeweils eigenen Zuständigkeitsbereichen. Vorteil der Aktiengesellschaft im Vergleich zu anderen Rechtsformen ist ihre ausgesprochen günstige Ausgangsposition in der Kapitalbeschaffung. Vorteil für den Aktionär ist darin zu sehen, dass er seine Aktien bei börsennotierten Aktiengesellschaften jederzeit über die Börse verkaufen kann. Die Regelungen über die Aktiengesellschaft sind im Aktiengesetz zu finden.


Aktienindex

Kennziffer, die die Entwicklung einer bestimmten Gruppe von Wertpapieren misst. Die bekannteste deutsche Aktienindex ist der DAX.


Aktiensplit

Aufteilung der Aktien in einem bestimmten Verhältnis, wobei der Gesamtwert unverändert bleibt; wird z.B. eine Aktie im Verhältnis 1:2 gesplittet, sind nun doppelt so viele Aktien im Umlauf.


Aktionär

Anteilseigner einer Aktiengesellschaft, Miteigentümer. Er besitzt bestimmte Mitgliedschaftsrechte, die im Aktiengesetz zu finden sind. Seine Hauptrechte sind in dem Recht zur Teilnahme an der Hauptversammlung, dem Stimmrecht und bestimmten Auskunftsrechten zu sehen. Der Aktionär hat den Anspruch auf seinen Anteil am Unternehmensgewinn, soweit dieser nicht nach Gesetz, Satzung oder Hauptversammlungsbeschluss ausgeschlossen ist. Er haftet für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft nur mit seiner Einlage.


Allokation

Als Allokation wird die Streuung beziehungsweise Verteilung des Anlagevermögens bezeichnet. Dieses kann sowohl in verschiedene Anlagearten (Aktien, Renten, Rohstoffe) als auch regional aufgeteilt werden. Fonds versuchen so, das Verlustrisiko aufgrund regionaler oder branchenspezifischer Schwächephasen zu minimieren und die Rendite zu maximieren.


Alpha

Die Kennziffer Alpha veranschaulicht die abweichende Wertentwicklung eines Fonds gegenüber der Entwicklung der verwendeten Maßgröße (Benchmark). Sie beziffert das Ausmaß, in dem sich der Fonds besser oder schlechter entwickelt hat als die Benchmark. Das Alpha misst jenen Teil der Rendite, der nicht mit der allgemeinen Marktentwicklung zu erklären ist, sondern auf der Auswahl von Aktien innerhalb dieses Marktes beruht. Ein positives Alpha deutet daher auf ein besonders erfolgreiches Fondsmanagement hin.


Alpha-Beta-Bänder

Indikatoren zur frühzeitigen Erkennung von Kurstrendänderungen. Sie sind um einen kurzfristigen gleitenden Durchschnitt von 10 bis 20 Tagen festgelegt. Um diesen gleitenden Durchschnitt wird eine laufende Standardabweichung ermittelt. Diese stellt sich als Band auf jeder Seite des gleitenden Durchschnitts in Form einer Hüllkurve dar. Das Ausmaß der Bänderplatzierung in der Entfernung vom kalkulierten gleitenden Durchschnitt erfolgt in Standardeinheiten und ist abhängig vom analysierten Markt und der in ihm vorherrschenden Volatilität.


Amerikanische Option

Eine Amerikanische Option (American Style) ist eine Option, bei der der Inhaber jederzeit während der festgelegten Laufzeit sein Recht ausüben darf. Gegenteil: Europäische Option (European Style)


Amtlicher Markt

Ehemaliger Name: Amtlicher Handel bzw. Amtlicher Markt. Wurde durch den Regulierten Markt ersetzt.


Analyst

Spezialist, der vor allem mit Hilfe der Fundamentalanalyse und/oder technischen Wertpapieranalyse die gegenwärtige und zukünftige Situation einer Aktiengesellschaft untersucht und daraus mögliche Kursentwicklungen herzuleiten versucht. Ziel ist es in der Regel, den "fairen Wert" des Unternehmens anhand der Gewinnerwartungen zu ermitteln.


Anleihe

Auch loan, bond, Schuldverschreibung, Rentenwert, Obligation, festverzinsliches Wertpapier. Festverzinsliches Wertpapier zur langfristigen Kreditfinanzierung. Anleihegläubiger haben das Recht auf Rückzahlung des ausgewiesenen Anleihebetrages sowie der festgelegten Verzinsung. Zur Verbriefung der Anleiheforderungen werden Papiere mit festem oder variablem Zins und fester Laufzeit ausgegeben. Der Verkauf erfolgt über Banken und Sparkassen. Neben der "klassischen" Festzinsanleihe gibt es Schuldverschreibungen, die sozusagen als Zwischenformen zu betrachten sind: Wandelanleihen, Optionsanleihen, Gewinnobligationen und Genussscheine.


Ask

Unter dem englischen Begriff "ask" oder "asked price" versteht man denjenigen Kurs, zu dem Wertpapiere, Devisen oder Edelmetalle angeboten werden. Die deutsche Übersetzung ist "Briefkurs".

Verwante Einträge


Asset

Oberbegriff für alle Arten von unternehmerischen Ressourcen - Vermögenswerte, Wirtschaftsgüter, Anlagegüter, Sachwerte, Aktivposten (Bilanz), Vorzüge, Vorteile, etc. -, die zukünftigen Gewinn versprechen.


Asset Allocation

Systematische Reduzierung des Anlagerisikos durch Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlagen.


Aufsichtsrat

Neben Vorstand und Hauptversammlung einer der drei Organe einer Aktiengesellschaft. Er bestellt und überwacht den Vorstand und beruft die Hauptversammlung ein, von der er gewählt wird. Er besteht aus mindestens 3 Personen. Für die genaue Mitgliederzahl ist die Höhe des Grundkapitals ausschlaggebend (Obergrenze: 21 Mitglieder). Aufsichtsratsmitglieder führen sehr häufig Beratungsaufgaben für die Gesellschaften aus.


Ausgabeaufschlag

Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr, die der Erwerber von Investmentfonds zusätzlich zum Kaufpreis des Fonds zahlen muss. Die Höhe des Ausgabeaufschlags steht in den Vertragsbedingungen der Investmentfonds.


Außerbörslicher Wertpapierhandel

Wertpapierhandel, der außerhalb der Börsen und in erster Linie zwischen Banken, sowie Banken und Versicherungsgesellschaften stattfindet. Auch Freiverkehr genannt.


Deutscher Aktienindex

Aktienindex, der die Kurse von 30 deutschen Standardwerten enthält. Auswahlkriterien für die Einbeziehung eines Unternehmens in den Dax sind u.a. Umsatzstärke und Börsenkapitalisierung.