Niemals vergessen ...

... was wichtiger als Rendite ist!

Die meisten Anleger schauen fasziniert auf Investments, die in einzelnen Jahren außergewöhnlich positive Renditen erzielt haben: + 50 %, + 100 %, + 200 %. Insgeheim rechnen Sie hoch, was bei einer solchen Rendite aus ihrem Vermögen werden würde und führen diese Renditen dann einfach in die Zukunft fort. Dabei vergessen sie gerne folgendes:

  • Anlagen, die sehr gute Ergebnisse erzielt haben, sind gerade deshalb zum Betrachtungszeitpunkt "teuer", denn die Kurse sind ja schon überdurchschnittlich gestiegen. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein gleichartiges Ergebnis in der nahen Zukunft wiederholen lässt, drastisch! Jede gute Kapitalanlage entwickelt sich in Zyklen, d.h. nach guten kommen schlechte Zeiten und umgekehrt.
  • Das "Naturgesetz" der Geldanlage lautet, dass jede Rendite nur durch ein gleich hohes Risiko erzielt werden kann (was immer man Ihnen erzählt - davon gibt es keine Ausnahme!). Wer also hohe Renditen erwartet, muss auch wissen, dass er zwischendurch hohe Kursrückschläge durchstehen muss. Das muss nichts Schlechtes sein, man sollte nur die Bereitschaft und die Nerven dazu mitbringen!

Das Geheimnis der erfolgreichsten Anleger

Die Erfolg-Reichsten Geldanleger wissen allerdings um das eigentliche Geheimnis beim Schutz und Aufbau von Vermögen: man gewinnt, indem man bei den unvermeidlichen Abschwüngen zwischendurch möglichst wenig verliert! Was das bedeutet, sehen Sie auf der nachfolgenden Grafik, die sich unserer Meinung nach für immer fest in Ihr Gehirn brennen sollte:

Zur Erläuterung: Wenn Sie mit einer Geldanlage 10 % zwischenzeitliche Kursverluste erzielen, dann brauchen Sie danach "nur" 11 % Rendite, um wieder bei "plus minus null", also Ihrem Ausgangsbetrag zu sein. Bei 30 % Kursverlust benötigen Sie dagegen schon ein nachfolgendes Plus von 43 %. Und bei einem Minus von 50 % (also einer Halbierung Ihres Einsatzes) muss das verbliebene Geld sich verdoppeln, also 100 % Rendite erreichen, damit Sie wieder bei Null sind!

Und so nimmt das Unheil seinen Lauf: Bei Minus 70 % (was in etwa dem Kursverlust des DAX in den Jahren 2001-2003 entspricht), benötigen Sie 233 % Nachfolgerendite, um Ihr Ursprungsniveau wieder zu erreichen. Und bei minus 90 % (in etwa die Entwicklung vieler Technologiewerte im selben Zeitraum) benötigen Sie eine Verzehnfachung, also ein sattes Plus von 900 %. Dies bedeutet in der Regel, dass Sie Ihr Geld nie ganz wieder sehen!

Die Brutalität der Mathematik in der Geldanlage ist also dramatisch: Sie lautet einfach, dass nicht alle Verluste gleichwertig und damit gleich schnell aufgeholt sind! Wenn Sie also eine Anlage mit hohen Renditechancen eingehen, dann reicht eine schlechte Phase, um Sie um Jahre zurückzuwerfen!

Was die besten Anleger beachten:

  • Man muss Risiken eingehen, um eine Rendite zu erzielen, die nach Steuern und Inflation noch etwas übrig lässt. Deshalb gehören Aktien heutzutage auch für einen konservativen Anleger zwingend (als Beimischung) ins Depot!
  • Dabei sind aber nicht diejenigen Anlagen die besten, die in einer guten Phase die höchsten Renditen erzielen, sondern diejenigen, die "nur" eine ordentliche Rendite erzielen, aber das Geld des Anlegers in schlechten Phasen einigermaßen zusammenhalten. Gewinnen durch weniger Verlieren sozusagen!

Kursrückgänge richtig einordnen

Zwischenzeitliche Verluste sind also unvermeidbar, wenn man sein Vermögen wirklich nach Steuern und Inflation erhalten oder ausbauen will. Aber nicht alle sind gleichwertig. Wichtig ist, ob Sie eine Chance haben, danach wieder als Sieger vom Platz zu gehen: 

  • Verluste bis Minus 30 % sind (nervlich) anstrengend, aber beherrschbar. Eine gute Kapitalanlage sollte diesen Betrag in 1-3 Jahren wieder aufgeholt haben und langfristig gute Durchschnittsrenditen erzielen.
  • Verluste > 30 % bis Minus 60 % sind "ambitioniert" und sollten vermieden werden. Zwar sind auch sie noch wieder aufzuholen, aber sie können das Durchhaltevermögen des Anlegers über Gebühr belasten und zu Fehlverkäufen zur falschen Zeit führen.
  • Verluste > 60 % sind in der Regel "Vermögenskiller". Nur wenige Anleger sind so nervenstark, hier richtig zu handeln und lange genug dabeizubleiben. Auch gibt nahezu keine Anlage, die solche Verluste in angemessener Zeit wieder aufholen kann.
  • Eine Kapitalanlage mit hohen Renditen und keinen Verlusten über lange Zeiträume sollte allerdings auch argwöhnisch betrachtet werden, weil sie dem "Naturgesetz der Geldanlage" (siehe oben) widerspricht.

Vergessen Sie also die oben gezeigte Grafik nie bei Ihren Investments und schauen Sie immer darauf, wie gut war der Anbieter in der oder den letzten schlechten Marktphasen. DAS macht Sie zum Gewinner, nicht die hohen Renditen in den letzten guten Phasen!

Leider werden die meisten Anleger weiterhin auf gute Vergangenheitsrenditen bei der Auswahl ihrer Investments schauen. Aber wir wollten es zumindest gesagt haben!