Ablenkung statt Aufklärung!

Wie wir manipuliert werden.

Hinweis! Wir möchten betonen, dass alle handelnden Personen beim HAC durch und durch demokratisch ausgerichtet sind. Wir befürworten eine freie, soziale und faire Marktwirtschaft, glauben an Chancengleichheit, das Leistungsprinzip und Gewaltenteilung. Die gesamte Rubrik "Klartext!" soll aber unserer Befürchtung Ausdruck geben, dass diese Marktwirtschaft immer unfreier wird und dass dem einzelnen Bürger (und seinem Vermögen!) immer mehr droht, in den Zahnrädern der diversen Interessengruppen zerdrückt zu werden! 


Verschleierung als Mittel für eigene Interessen 

Die führenden Kräfte in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben ein großes Interesse daran, dass wir Bürger nicht das wahre Ausmaß der Krisen, Problemfelder und Risiken erkennen, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf jeden einzelnen von uns zukommen. Wir können hier nur einen kleinen Teil des gesamten Mechanismus zur Desinformation aufzeigen. Aber wenn Sie die Prinzipien dahinter verstehen, können Sie sich und Ihr Vermögen besser schützen.

Eigentlich sollte man glauben, dass wir heutzutage durch die vielfältigen Möglichkeiten des Internets viel informierter sind als noch vor ein oder zwei Jahrzehnten. In Wahrheit ist das Internet ein Teil des Problems, aber nicht das einzige! Wir haben uns inzwischen so an die Ablenkungsmechanismen der Mächtigen gewöhnt, dass wir das trübe Wasser der Desinformation für das klare Wasser der Aufgeklärtheit halten.

Das Problem ist nicht eine zielgerichtete "Verschwörung der Mächtigen", sondern das allgemeine Verhalten der großen Akteure in Wirtschaft und Politik, die gerade darauf abzielt, die Wirtschafts- und Finanzwelt möglichst komplex und unüberschaubar zu machen. Verschleiern durch zu viel des Guten - das ist die Brillianz der Desinformation! Dabei wird nicht unbedingt gelogen und betrogen. Es reicht, das Ungewollte unter Zentnern von mehr oder weniger sachlichen Informationen zu verstecken oder einfach Wichtiges nicht zu sagen. Das ist doch keine Lüge, oder? Das wir seit Jahrzehnten kein Pflichtfach "Wirtschaft" in Deutschland haben - ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Wer profitiert wie von dieser Desinformationspolitik?

  • Unternehmen (insbesondere die großen multinationalen) können ihre Profite über ein angemessenes Maß steigern, wenn sie einen "aufgeklärten" Verbraucher verhindern: Egal, ob eine einfache Kennzeichnung zu gesundheitsschädlichen Inhalten von Lebensmitteln durch Lobbyarbeit verhindert wird, das Kleingedruckte von Strom-, Handy- oder sonstigen Verträgen über 150 DIN-A-Seiten unverständlich ausgewalzt wird, oder ob Vertreter von Banken in den Bundesministerien (!) daran mitarbeiten, wie die Gesetzte zur Kontrolle derselben (!) Banken in Gesetzesverfahren umgesetzt werden, immer ist der Verbraucher der Verlierer. Und im Notfall lässt sich die Politik auch gerne einmal durch das Argument "überzeugen", dass bei der Umsetzung dieses oder jenes Gesetzesvorhabens zigtausende Arbeitsplätze (= Wählerstimmen) in Gefahr wären.
  • Die Politik hat einerseits ein großes Interesse daran, dass bestimmte wirtschaftliche Fakten nicht in ihrem dramatischen Ausmaß ans Wahlvolk dringen. Dazu zählen z.B. die überbordende Staatsverschuldung, die Renten- und Gesundheitsproblematik oder auch das System der Wahlversprechen, die dann hinterher vom Wähler über Steuererhöhungen oder neue Schulden zu finanzieren sind. Andererseits geht es aufgrund ständig anstehender Wahlen (z.B. in Deutschland: 16 x in den Bundesländern plus eine Bundestagswahl innerhalb von 5 Jahren!) auch ständig um kurzfristige Strategien anstatt um problemlösende längerfristige, die aber kurzfristig zu Einschränkungen beim Bürger führen würden. Und letztendlich befinden sich die Politiker seit der Finanzkrise im ständigen Krisenmodus, denn die Krise wurde ja nicht bereinigt, sondern mit neuen Schulden nur kurzfristig überdeckt.
  • Auch die Presse kann heutzutage weitestgehend nicht mehr so wie sie will. Durch die große Konkurrenz des Internets, das vorgaukelt, alles wäre sekundenschnell und kostenlos zu haben, zählt mittlerweile nicht mehr ausgewogene (und zeitraubende!) Recherche, sondern nur noch, dass eine Nachricht schnell und vor den anderen publiziert wird. Schlagzeilen sind wichtiger als Fakten. Notfalls kommt ein Widerruf als kleine Meldung auf Seite 23. Insbesondere den Printmedien laufen die Abo-Kunden weg, so dass immer mehr marktschreierische Meldungen im Vordergrund stehen. Redaktionen sind dankbar für vorformulierte Meinungen, die von Unternehmen und Ministerien kommen. Wer lieber langwierig recherchiert, kann gleich sein Kündigungsschreiben einreichen.

Heißt das, dass es keine ehrlichen Unternehmer/Politiker/Medienvertreter gibt? Nein, das heißt es nicht. Es bedeutet nur, dass es für die seriösen Marktteilnehmer immer schwieriger wird, nicht im System der Desinformation mitzuspielen - und dabei zu überleben!

Konsum treibt das Hamsterrad an

Ein weiteres Mittel für das Hamsterrad, mit dem der Durchschnittsbürger die Wirtschaft antreibt, sind die ständigen Verlockungen der Konsumgesellschaft. Uns wird vorgegaukelt, dass Schulden normal und gut sind: Kaufe jetzt - zahle später! Egal, ob flottes Handy, das neueste Automodell oder gefühlsbesetztes Eigenheim. Warum warten? 18 % Überziehungszinsen? Was soll's? Man lebt nur einmal. Aber auch das gehört zum System der Ablenkung: Wer viel arbeiten muss, um seine Verbindlichkeiten zu bezahlen, der hat nicht auch noch Lust, sich mit den Hintergründen des politischen oder wirtschaftlichen Systems zu beschäftigen.

Das Verrückteste dabei ist die Illusion eines weiterhin automatisch guten und sicheren Lebens! Die Wohltaten, die die Menschen bisher genießen konnten, wird es so bald nicht mehr geben: eine ausreichende Rentenversorgung, eine kostenlose und zukunftsfähige Bildung, ein tragfähiges Gesundheitssystem. Altersarmut droht zum Massenphänomen zu werden!

Bisher gab es das alles, weil die Nachkriegsjahrzehnte zu einem kolossalen Wirtschafts- aufschwung geführt hatten und die Staaten schuldenfrei den Neustart beginnen konnten. Doch inzwischen sind die Grundbedürfnisse der meisten Konsumenten gedeckt. Ein drittes Auto oder dritten Flat-TV kann oder will sich kaum noch einer leisten. Das Wirtschaftswachstum stockt und kann nur mit noch mehr Schulden beim Bürger und beim Staat angeschoben werden. Und gerade der Staat hat schon viel zu viel davon!

Die falschen Einstellungen der Verbraucher

Das Fatale an der Politik der Desinformation ist die (wissenschaftlich erwiesene) Tatsache, dass Menschen dazu neigen, etwas als wahr anzunehmen, wenn es nur oft genug wiederholt wird! Und da sind die o.g. Interessengruppen dramatisch im Vorteil: Mit Milliardenbeträgen wird in Desinformation investiert - in Form von Werbung, Presse-und Lobbyarbeit. So kann man dann letztendlich alles als "Wahrheit" verkaufen: Minderwertige Produkte, überteuerte Dienstleistungen, politische Meinungen und Systeme bis hin zur Sinnhaftigkeit von Kriegen. Und das "Schöne" dabei ist, dass fast alle Menschen glauben, dass sie sich natürlich nicht durch Werbung und Wiederholung manipulieren lassen. Tja, falsch gedacht!

Und der Verbraucher? Wie reagiert er auf diese ganzen Desinformationen? Er macht sich nur selten die Mühe, Wahlprogramme oder Kleingedrucktes zu studieren, Artikel zu hinterfragen oder sich gar in ein Themengebiet zu vertiefen. So haben laut einer Umfrage 87 % der Deutschen kein oder kaum Interesse an den Themen "Wirtschaft und Finanzen"! Wozu auch? Es reichen doch Sparbuch und der Immobilienkauf. Und wenn man wirklich mal etwas wissen will, dann recherchiert man einfach im Internet.   

Das Internet - Fluch und Segen zugleich! 

Auf den ersten Blick scheint das Internet ein Segen für jeden Verbraucher zu sein: Kostenfrei, sekundenschnell, unendliche Vielfalt an Informationen zu jedem Thema und nicht zensiert! Niemand kann gehindert werden, relevante Sachverhalte zu veröffentlichen. Genial.

Auf den zweiten Blick haben natürlich auch die Akteure der Desinformation das Internet für sich zu nutzen gelernt. Und sie haben fast unbegrenzte finanzielle Mittel auf ihrer Seite! Immer mehr professionelle Unternehmen drängen ins Netz, um unerwünschte Informationen unter einem Berg von Desinformationen zu verbergen. Auch die sogenannten "Experten" sind nur in Ausnahmefällen unabhängig und frei. Fast immer agieren sie im Interesse ihrer Auftraggeber. Inzwischen sind die meisten Portale somit mehr oder weniger raffinierte Verkaufsförderungsabteilungen für Produkte der beteiligten Unternehmen.

Eine weitere Schwachstelle im Internet ist, dass viele Marktteilnehmer unter einem Pseudonym auftreten. Also schreibt man nicht unter seinem echten Namen, sondern nennt sich einfach "Schlau-Michel34". Wer will jetzt überprüfen, ob "Schlau-Michel34" wirklich der Familienvater ist, der die Wundercreme erfolgreich bei seinen beiden Kindern angewandt hat oder der "super-zufrieden" mit dem Urlaub für nur 300 € war? Sind Sie ganz sicher, dass dahinter ein Familienvater und nicht eine professionelle Internetagentur steckt, die im Auftrag eines Pharmakonzerns oder eines Touristikunternehmens positive Statements abgibt, um informationshungrige Verbraucher zu beeinflussen? 

Auch Kompetenz wird weder verlangt noch geprüft beim Veröffentlichen. Das Internet und die Sozialen Netzwerke helfen, auch die abstrusesten Behauptungen millionenfach zu verbreiten. Und das oftmals so professionell, dass es für uns Nutzer gar nicht möglich ist, zu prüfen, ob es sich um die Wahrheit handelt.

Denken Sie beim "Surfen" im Netzt also immer daran: Wir spielen gegen starke Mitspieler, die uns besser einschätzen können als umgekehrt. Die Chance, dass wir einer gesteuerten Fehlinformation aufsitzen, ist deutlich größer als auf den ersten Seiten bei Google etwas Neutrales und Unabhängiges zu finden.

Das Internet ist natürlich trotzdem (sehr) nützlich - aber eben Fluch und Segen zugleich.  

Weitere Informationen - Buchempfehlung

Wir wollen Sie mit dieser Rubrik nicht ängstigen (oder nur soweit, wie es notwendig ist, damit Sie sich schützen). Auch sind natürlich andere Sichtweisen legitim und möglich. Aber wir möchten uns auch nicht vorwerfen lassen, Anleger und Mitglieder in heimeliger Sicherheit gewogen zu haben. Wir alle müssen etwas tun, wenn wir unser Vermögen erhalten und schützen wollen. Und wir müssen es jetzt tun!

Die von uns vorhergesagten Krisen und Probleme können noch viele Jahre auf sich warten lassen - aber Sie können auch ganz kurzfristig eskalieren. Wichtig scheint uns, dass sie unserer Meinung nach unvermeidbar sind. Wenn Sie erst dann handeln, wenn sie sich am Horizont abzeichnen, wird es zu spät sein.

Wer sich weiter über das Thema "Desinformation" informieren will, dem empfehlen wir das Buch von Professor Max Otte "Der Informations-Crash" (Econ-Verlag).