Herbst-TopTag 2013 in Hamburg

Überragendes Fachwissen, sympathisch vermittelt

"Phantastisch" sei der Vortrag von Prof. Dr. Webersinke gewesen, hörte man in der Pause des HAC-TopTages am 22. September von den Zuhörern in Hamburg. Der Dekan der Fakultät Wirtschaft und Recht an der Fachhochschule in Aschaffenburg überzeugte nicht nur durch sein überragendes Fachwissen, sondern auch durch sein sympathisches Auftreten. Man sah ihm an, wie sehr ihm das Thema Wirtschaft am Herzen liegt. HAC-Geschäftsführer Micheal Arpe informierte in seinem Vortrag über Anlagestrategien. Und Stefan Zopp von Man Investments stellte sein Unternehmen vor, bei dem auch der HAC investiert ist.

Michael Arpe

Michael Arpe: Anlagestrategien, die den Index schlagen

"Informationen zum Thema Finanzen sind wichtig und es ist nach wie vor die Aufgabe des HAC, diese Informationen zu liefern: unabhängig und neutral!" In seinem Vortrag erklärte HAC-Geschäftsführer Michael Arpe, dass Aktien langfristig das beste Investment darstellten, auch wenn das letzte Jahrzehnt eher unangenehm gewesen sei. "Auf Dauer schlägt eine Strategie immer eine Story!" Und man solle sich niemals auf Kursprognosen verlassen, denn diese waren in den vergangenen Jahren oft falsch, auch wenn sie von Experten gekommen seien.

Der HAC bewertet ein Unternehmen zwar nicht ausschließlich, aber hauptsächlich nach seinen fundamentalen Kennziffern. Allerdings werden weiche Indikatoren wie zum Beispiel die Stimmungen in Ländern und/oder Branchen mehr mit einbezogen, als das früher der Fall war. "Bitte bedenken Sie, dass viele langfristig sehr erfolgreiche Strategien oft Jahre gebraucht haben, um als solche erkannt zu werden, und leider die allermeisten Anleger nicht die Geduld aufbringen, die Durststrecken durchzustehen!"

Prof. Dr. Hartwig Webersinke

The end of cheap money - Das Ende des billigen Geldes: So lautete der Vortrag von Prof. Webersinke

Für Prof. Webersinke kann es mit dem "billigen Geld" auf Dauer so nicht weitergehen. Er betonte, dass vor allem Europa, die USA und Japan noch immer in der seit 20 Jahren anhaltenden Schuldenkrise lebten und eine nachhaltige Lösung gewaltiger Anstrengungen bedürfe, die aber auch unternommen würden. Für 2014 erwartet der Professor weltweit ein wirtschaftliches Wachstum, das leicht über dem des aktuellen Jahres liege, wobei in beiden Fällen die Emerging Markets der entscheidende Motor seien bzw. sein werden.

Prof. Webersinke nahm natürlich auch Bezug auf die Bundestagswahl, die am gleichen Tag stattfand: "Der Wahlausgang für die Wirtschaft wird überschätzt." Etwas ernüchtert stellte Prof. Webersinke fest, dass nicht mehr die Finanzmärkte die Preise für Staatsanleihen durch Angebot und Nachfrage bestimmten, sondern die Herren Draghi und Bernanke dies als Chefs der Europäischen Zentralbank und der amerikanischen Notenbank FED regelten.

Der Euro bleibt

Den Höchststand im DAX bewertete er als substanzieller als den letzten Stand von 8.000 Punkten kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2008. Von daher müsse nicht zwangsläufig ein großer Absturz folgen. Er wies vielmehr darauf hin, dass Aktien als Substanzwerte ein wichtiger Bestandteil des Vermögens sein sollten.

Alles in allem sieht Prof. Hartwig Webersinke die Weltwirtschaft wachsen - wenn auch unter Schwankungen. Und die noch lange nicht beendete Staatsschuldenkrise sorge für viel Volatilität an den Märkten. Das Ende des billigen Geldes, dass Webersinke vorhersieht, verringere den Rückenwind für die Börsen. "Trotzdem werden Aktien Renten in 2014 wohl schlagen." Spannend findet er, dass die Zahl der Euroskeptiker zunimmt, aber "ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es den Euro in fünf Jahren noch geben wird, wenn auch vielleicht nicht mehr mit allen Teilnehmern."

Stefan Zopp

Stefan Zopp: Anlagestrategien in unsicheren Zeiten

Stefan Zopp stellte das Unternehmen Man Investments vor. Hier agieren die einzelnen Tochterunternehmen nach ganz unterschiedlichen Strategien und weitestgehend unabhängig. Besonders interessant für HAC-Investoren: Einer der wichtigsten Fonds von Man Investments ist auch im HAC-Fonds World Top-Investors (WTI) zu finden, aber er nimmt keine Einlagen mehr an. Das schützt die bestehenden Anleger - und damit auch diejenigen, die im WTI investiert sind - vor einer Verwässerung ihrer Rendite.

Darüber hinaus erklärte Zopp, was man in unsicheren Zeiten machen könne. So biete sich eine marktneutrale Strategie an, bei der beispielsweise Aktien eines Unternehmens aus einer bestimmten Branche gekauft würden, weil man von einer Kurssteigerung ausgehe. Gleichzeitig aber würden Aktien eines anderen Unternehmens der gleichen Branche leer verkauft. "So hat man insgesamt nur geringe Kursveränderungen nach oben oder nach unten."