Frühjahrs-TopTag in Hamburg

Alle grünen Zettel mit dem „Ja“ zeigten nach oben, als Geschäftsführer Michael Arpe auf der jährlichen Mitgliederversammlung des HAC die Anwesenden nach der Entlastung der Geschäftsführung fragte. Auch HAC-Mitarbeiterin Karin Petersen war von den Mitgliedern wieder einstimmig zur Protokollführerin gewählt worden. Das nehme ja schon fast sozialistische Züge an, schmunzelte Arpe. Vorher hatte er aufgezeigt, welche Gelder der Club eingenommen und welche Ausgaben es gegeben hatte. In den Jahren, in denen der Saldo negativ war, habe die Geschäftsführung wie versprochen die Differenz persönlich ausgeglichen. Nach der Entlastung wurde gemeinsam überlegt und diskutiert, wie der Clubgedanke wieder gestärkt werden könnte. Alle Ideen wurden ins Protokoll aufgenommen und werden zurzeit auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft. 

Nach dem internen Teil des Tages startete um 13 Uhr der öffentliche TopTag. Welche Verflechtungen es vor allem in der amerikanischen Finanzwelt zwischen Politikern und Unternehmen wie der Ratingagentur „Standard & Poor’s“ gibt, welches Spiel die Fed, die US-Notenbank, spielt und warum die US-Amerikaner Kriege beginnen, führte HAC-Geschäftsführer Michael Arpe den Zuhörern in seinem gut einstündigen Vortrag sehr anschaulich vor Augen. Filmmitschnitte unter anderem vom ARD-Politikmagazin „Monitor“ lieferten passende Hintergrundberichte, wie in der EU Gesetze zur Regulierung des Finanzbereiches von Bankenvertretern selbst formuliert und von EU-Politikern zum Teil eins zu eins übernommen werden. „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“, konnte Arpe nur ein ums andere Mal einwerfen. 

Die Verschuldung in den westlichen Industriestaaten sei ein Riesenproblem, sieht auch Wolfram Neubrander, aber nicht unlösbar. Deutschland habe seit 2003 gezeigt, dass eine Umsteuerung in Richtung Wirtschaftswachstum möglich sei. Und der neue italienische Ministerpräsident Mario Monti habe für 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt. Seitdem haben sich die Anleihemärkte beruhigt. Nach diesen Vorbemerkungen informierte der HAC-Geschäftsführer in seinem Vortrag, wie die Anleger in diesen unruhigen Zeiten ihr Geld gewinnbringend anlegen könnten: Die Emerging Markets seien der Schlüssel dazu, denn alle Fakten sprächen dafür. Das Wirtschaftswachstum sei viel höher, die Mittelschicht wachse rasant, die Anleihemärkte seien erwachsen geworden und die Ratings stiegen. Und außerdem diversifiziere man in andere Währungen wie zum Beispiel den Renminbi. „Auch von der Währungsseite kommt Aufwertungspotenzial“, erklärte Neubrander. Schließlich sei der Renminbi, gemessen am „Big-Mac-Index“, um 42 Prozent unterbewertet. „Viele Anleger meinen immer noch, die Emerging Markets seien zu riskant. Doch die Entwicklung der Märkte entlarvt diese Meinung weitgehend als Vorurteil“, fügt der HAC-Geschäftsführer hinzu. 

Helmut Krambeck war als Gastredner in Hamburg dabei. Der Vorstand der Fair AG erklärte den Zuhörern, die zum Teil eifrig mitschrieben, wie Immobilien finanziert werden könnten, welche Kniffe es dabei gäbe und wie die Fair AG helfen könne: „Für unsere Beratung zahlen Sie nichts, wir erhalten unsere Provision, wenn es tatsächlich zu einem Vertrag mit einem Finanzinstitut kommt – von der Bank!“ 

Zum Ende des TopTages stellte Michael Arpe wie immer die aktuellen Zahlen der HAC-Investments vor und konnte sich gut vorstellen, dass seine Zuhörer nicht durchweg begeistert seien: „Wir sind zu sehr auf Risikovermeidung aus gewesen“, gibt der HAC-Geschäftsführer zu, denn alle Kriterien hätten auf rot gestanden. Allerdings gehe es der Börse entgegen der negativen Vorhersagen immer noch gut, sodass der HAC in diesem Jahr den Fuß ein bisschen von der Bremse nehmen wolle und wieder verstärkt Gas geben werde.