Frühjahres-TopTag 2014 in Hamburg

Frühjahres-TopTag 2014 in Hamburg
Hatten angesichts der vielen Teilnehmer gut zu lachen

Kaum zu glauben: Trotz strahlendem Frühlingswetter in Hamburg war der große Hörsaal in der Uni beim HAC-Top-Tag gut gefüllt! Das Wetter lockte also weit weniger als die Referenten, allen voran sicher "Stargast" Philipp Vorndran - Kapitalmarktstratege bei "Flossbach von Storch". Aber auch die beiden anderen Referenten - Michael Arpe vom HAC und Marc Tüngler von der DSW - kamen bei den fast 500 Zuhörern gut an. 

"Denk das Undenkbare" betitelte Philipp Vorndran seinen Vortrag. Und so machte sich der Kapitalmarktstratege bei "Flossbach von Storch" daran, die Anwesenden auf die derzeitigen Gefahren für ihr Vermögen aufmerksam zu machen. In erster Linie sieht er natürlich die enorme Staatsverschuldung in den Industrienationen als Bedrohung an. Insbesondere bei der Altersversorgung werde es für viele in Zukunft eng. Daher ist sich Vorndran sicher, dass auch die Menschen hierzulande um ein Investment in Aktien nicht mehr herumkommen: "Es gibt keine Alternativen!" Dass die Deutschen allerdings keine Aktien mögen, weiß auch Philipp Vorndran. Daher riet er allen Anwesenden, einen Vertrag mit sich selbst abzuschließen, was er vor mittlerweile rund 25 Jahren auch gemacht habe: "Ich habe mir geschworen, jederzeit 50 Prozent Aktien zu halten", verrät der Finanzexperte, dessen Aktienquote seit dem zwischen 40 und 60 Prozent schwankt. Der Grund, warum Vorndran das Thema für so wichtig hält: Vom aktuellen Anstieg der Börsen hätten nur die Allerwenigsten profitiert - und "das muss sich in Zukunft ändern"! Persönlich wurde der Stratege, als er auf eben diesen, bereits seit drei Jahren andauernden Börsenaufschwung zu sprechen kam: "Das ist der meistgehasste Aufschwung meiner Laufbahn", erklärte er. Keiner traue den guten Zahlen so richtig über den Weg, was über eine so lange Zeit schon ungewöhnlich sei. Insgesamt aber liefe es langfristig weiterhin deutlich bullish für die Aktie, weswegen Vorndran den DAX 2017 bei circa 13.000 Punkten sieht. Auch auf die Emerging Markets ging er ein, deren gegenwärtige Schwächephase für ihn nur vorübergehend sei. Hier geht er davon aus, dass sich die gute Entwicklung der Jahre nach 1999 fortsetzen werde.

Auch bei Dividendentiteln muss gut recherchiert werden

Michael Arpe referierte im Anschluss sehr engagiert über "Die Macht der Dividenden", die rund 40 Prozent der Aktienrenditen ausmachen. Trotzdem werde die Gewinnausschüttung der Unternehmen von fast allen Anlegern stiefmütterlich behandelt, weil die meisten nur auf die Kursentwicklung schauten. Anhand der Aktie von Procter & Gamble zeigte Arpe dann ganz konkret, was Dividenden ausmachen. Zugleich warnte er aber auch davor, einfach nur ein paar gute Dividendentitel zu kaufen, in der Hoffnung, dass dann alles gut werde... "Auch hier muss sehr gut recherchiert werden!" Die Telekom sei zum Beispiel kein guter Dividendentitel, weil hier nur aus der Substanz gezahlt werde, nicht aus verdientem Geld.

DSW-Chef Marc Tüngler plädierte dafür, in Aktien zu investieren.

Investieren Sie in Aktien!

Auch Marc Tüngler von der DSW hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Aktienanlage und betonte dabei die Stärke deutscher Unternehmen. Ein Problem hierzulande sieht er allerdings in der zunehmenden Innovationsfeindlichkeit. Für eine große Herausforderung hält er den chinesischen Fünf-Jahres-Plan, der einen massiven Angriff auf die weltweite Maschinenbauindustrie vorsieht. Hier ist Deutschland mit einigen Marktführern gut aufgestellt und daher besonders betroffen. Tüngler befürchtet, dass es so laufen könne wie beider Solarindustrie, die in Deutschland nach Dumpingpreisen aus Fernost auch zusammengebrochen sei. "China ist trotz der aktuellen Schwächephase eigentlich nie wirklich richtig schwach!" Zum Schluss kam Marc Tüngler noch mit einem detaillierten Beispiel auf die katastrophale Kosten-Situation bei Lebensversicherungen zu sprechen. "Es ist für Anleger kaum möglich, Renditen zu erzielen", warnte der DSW-Chef.